Die Freiwillige Feuerwehr Wetterzeube wurde im Oktober 1934 mit 38 Mitgliedern gegründet. Der monatliche Beitrag betrug 0,20 RM. Für die damalige Zeit war das viel Geld und so konnte sich nicht jeder den Eintritt in die Feuerwehr leisten.

Entstanden war die Wehr auf Grund eines Gesetzes von Dezember 1933, wonach alle Gemeinden verpflichtet wurden Feuerwehren zu gründen und zu finanzieren. Die ersten Mitglieder kamen meist aus der in Wetterzeube bereits vorhandenen Handdruckspritze. Dieses lässt darauf schließen, dass bereits vor 1934 so etwas wie eine Löschmannschaft bestanden hat. Nachweise dafür gibt es jedoch leider nicht.

Zur Alarmierung der Kameraden wurden 1934 drei Martinshörner angeschafft. Sirenen wurden erst in Vorbereitung des 2. Weltkrieges installiert. Im Oktober 1934 gründete sich auch die Feuerwehr in Schkauditz, welche hauptsächlich aus Mitgliedern des Radfahrvereines bestand. Im Laufe der 30er Jahre wurden auch Wehren in Pötewitz und Koßweda gegründet.

Moderne Technik hielt im Jahre 1936 Einzug in Wetterzeube. Es war eine Motorspritze vom Typ Flander, die ihre Feuertaufe im selben Jahr beim Brand der Stellmacherei Geidel in Weißenborn zu bestehen hatte. Diese Motorspritze ist heute noch voll funktionsfähig.

Obwohl die Feuerwehren zur Bekämpfung von Bränden und als Helfer bei Katastrophen geschaffen wurden, entwickelten sie sich schon bereits in den frühen Jahren ihrer Existenz zum „Mädchen für Alles“ in den Gemeinden, was sich bis heute nicht geändert hat. So waren beispielsweise die Kameraden von Wetterzeube an der Seite der Pötewitzer Kameraden im Jahre 1938 im Ernteeinsatz beim Landwirt Kurt Kornmann.

Es war ebenfalls im Jahre 1938, als die Freiwillige Feuerwehr Wetterzeube anlässlich des „Tag der Arbeit“ den Auftrag erhielt einen Maibaum zu holen und zu setzen. Diese Tradition jährte sich 2008 zum 70. Mal.

Für die Jahre 1938 bis 1945 wurden leider keine weiteren Nachweise über die Tätigkeiten der Feuerwehr in den Archiven gefunden.

Die Feuerwehr Wetterzeube musste nach dem 2. Weltkrieg neu aufgebaut werden. Der erste große Einsatz nach dem Krieg war das Hochwasser von 1954. Menschen und Tiere mussten aus Gebäuden nahe der Weißen Elster gerettet werden. Dieser Großeinsatz über mehrere Tage wurde erfolgreich beendet. Weder Menschen noch Tiere kamen zu Schaden.

Bis in die 50er Jahre wurden alle Einsätze mit der alten Technik durchgeführt. Motorisiert wurde die Wehr Ende der 50er Jahre mit einem ausgedienten Auto der Armee, welches die Kameraden selbst zu einem Löschfahrzeug umbauten.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich eine Einsatzhäufigkeit von durchschnittlich 12-15 Einsätzen pro Jahr. Die schwersten Einsätze waren: Der Großbrand einer Scheune und von Stallungen im Ortsteil Rossendorf an Weihnachten 1966. Verursacht wurde dieses Schadenfeuer durch Brandstiftung einer Arbeiterin aus Wut, dass sie an Weihnachten arbeiten musste.
Im Oktober 1971 setzten zwei Schüler einen Kälberstall in Wetterzeube in Brand, als sie von zu Hause entwendete Streichhölzer ausprobierten.
Der letzte große Brand war an Weihnachten 2006, als die Mühle in Wetterzeube bis auf die Grundmauern abbrannte.

Die Einsätze und die gemeinsame Arbeit an unterschiedlichen Objekten spornten die Feuerwehrleute zu immer neuen guten Taten an. Die 60er und 70er Jahre des 20. Jahrhunderts waren von Lehrgängen und Leistungsvergleichen geprägt. Nach der Vereinigung mit den Wehren der Ortsteile war es das Ziel aus der Freiwilligen Feuerwehr Wetterzeube einen Stützpunkt Feuerwehr zu machen, denn die Kameraden mussten mittlerweile neun Ortsteile betreuuen.

Der Kampf um den Titel „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“ war stets ein Ansporn zur Erreichung bester Ausbildungsergebnisse und trug damit zur Erhöhung der Brandsicherheit durch regelmäßige Brandschutzkontrollen sowie der Gewährleistung einer ständigen Einsatzbereitschaft bei. Dieser Titel wurde nach einigen Jahren vorbildlicher Dienstführungen, vorbildlicher Pflege der Technik und gewissenhaften Branschutzkontrollen im Jahre 1981 von der Freiwilligen Feuerwehr Wetterzeube errungen und regelmäßig in den Folgejahren verteidigt.

Mit der Verbesserung der Leistung der Wehr verbesserte sich auch die Technik. So waren in den 80er Jahren zwei neuere Löschfahrzeuge im Besitz der Wehr. Die etwas verbesserte Technik brachte jedoch auch Probleme mit sich. Die Stellplätze für die Fahrzeuge genügten nicht mehr und so mussten die Kameraden mit ihren Gerätschaften mehrmals umziehen.

Mit der Wiedervereinigung drohte der Wehr 1990 das Aus. Nur dem starken Willen der Kameraden, ihrem Interesse am Brandschutz und der sich in den Jahren entwickelten Kameradschaft ist es zu verdanken, dass die Feuerwehr Wetterzeube erhalten blieb.
übrigens, Kameradschaft entsteht nicht von selbst, denn sie bedarf einer intensiven Pflege. Die Einsätze der vergangenen Jahre, bei denen die Kameraden aufeinander angewiesen waren, die gemeinsam erkämpften Titel und der regelmäßige Dienst haben eine Kameradschaft entstehen lassen. Gepflegt wird diese bei Kameradschaftsabenden und Ausflügen mit den Ehepartnern.

Die 90er Jahre und der Beginn des neuen Jahrhunderts standen ganz im Zeichen neuer Gesetzlichkeiten und neuer Technik. Auch die Ausbildung und die Leistungsvergleiche bekamen einen anderen Charakter. Bei der Technik war es besonders ein neues Löschfahrzeug, das die Einsatzfähigkeit der Wehr entscheidend verbesserte. Dieses neue Löschfahrzeug brachte aber auch wieder die Stellplatzfrage auf den Tisch. Nach häufigen gemeinsamen Beratungen mit der Gemeindevertretung wurde entschieden ein neues Feuerwehrhaus zu bauen. Die Kameraden verpflichteten sich zur aktiven Mitarbeit beim Bau und lösten dieses Versprechen auch ein. Im Jahr 2000 konnte der neue Stützpunkt eingeweiht werden.

Seit ihrer Existenz hatte die Freiwillige Feuerwehr Wetterzeube mit Finanzproblemen zu kämpfen. Insbesondere bei der Gründung und in den 90er Jahren. Das gute Verhältnis zur Bevölkerung in der Gemeinde ließ die Kameraden auf die Idee kommen die Einwohner auf freiwilliger Basis mit am Feuerwehrleben zu beteiligen. Dieses war nach vielen Diskussionen der Ausgangspunkt zur Gründung eines Feuerwehrvereins in Wetterzeube.

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